Was für ein Herzschlag-Finale an der Schweizer Standard-Meisterschaft in Wallisellen! Volodymyr Kasilov/Yulia Dreier (DUZ) setzten sich erst im finalen Quickstep gegen Davide Corrodi/Maya Kucharczyk (TSCZ) durch und sicherten sich damit den zweiten Titel nach 2017. Bronze ging an David Büchel/Flavia Landolfi (TDSC).

Irgendwie zeichnete es sich ja ab, dass es in der Hauptkategorie ein enges Rennen geben würde. Zuletzt hatten die Zehntänzer Corrodi/Kucharczyk an der Standard-Europameisterschaft und am WDSF-Turnier in Brünn die Nase vorn. Doch mit Kasilov/Dreier, 2017 erst- und letztmals Schweizer Meister, war stets zu rechnen. Schon im Vorjahr waren diese beiden Paare sowie die späteren Sieger Bergant/Valentino nach vier Tänzen ex-aequo in Führung gelegen. Und auch diesmal lagen die beiden favorisierten Paare vor dem abschliessenden Quickstep wieder gleichauf. Kasilov/Dreier gewannen den Englischen und den Wiener Walzer, Corrodi/Kucharczyk siegten im Tango und Slowfox. Im Quickstep waren kaum Unterschiede auszumachen, die sieben Wertungsrichter entschieden sich im Verhältnis 4:3 für Kasilov/Dreier – enger geht’s nun wirklich nicht mehr.

«Wir waren nur auf uns fokussiert und wissen dann jeweils nur, ob wir selber eine Top-Leistung abgeliefert haben», erklärte Yulia Dreier danach, «wir bekommen also nicht mit, wie die Konkurrenz unterwegs ist.» Diesmal seien sie einfach entspannter gewesen und hätten komplett ausgeblendet, dass es um den Titel gehe. Sie hätten nur für sich getanzt und einfach das Beste gegeben. Die negativen Gedanken an die letzten drei Jahre, als sie Gold immer wieder verpassten, waren diesmal weggeblasen. «Das Publikum hat uns vom ersten Moment an gepusht und getragen», erklärte Kasilov die zurückerlangte Lockerheit, die mit dem zweiten Titel nach 2017 belohnt wurde. Für Dreier war es bereits der sechste Meistertitel; viermal siegte sie früher mit ihrem Berner Partner Mark Stalder.

Das Duell um Bronze sicherten sich David Büchel/Flavia Landolfi relativ deutlich vor Federico Antonini/Benedetta Castaldi. Viermal erreichten sie Rang 3, nur gerade im Quickstep mussten sie sie sich vom DUZ-Paar auf Rang 4 verdrängen lassen.

«Magere» Teilnehmerfelder im Nachwuchs

Dass der STSV ein Nachwuchsproblem hat, wurde in den Finals der drei Nachwuchskategorien einmal mehr offensichtlich.

In der Jugend sicherten sich Roman Tikhonenkov/Eva Pikulina (DCNH) die Goldmedaille vor Luano Brändle/Aleksandra Schürpf (TDC). Diese beiden Paare wurden im gemeinsam getanzten Finale vom jüngeren Juniorenpaar Arjan Steurer/Aroa Martin übertrumpft. Zwei Juniorenpaare hatten sich leider kurzfristig zurückgezogen, so dass das TDC-Paar konkurrenzlos Meister wurde.

Bei den Schülern, wo noch vor ein paar Jahren über zehn Paare um die drei Medaillensätze getanzt hatten, gab es leider auch nur einen Zweikampf zwischen zwei DUZ-Paaren; Mihail Novikov/Elvira Sofia Frunz entschieden diesen vor Leonard Parashchenko/Sofia Novikova zu ihren Gunsten.

Geiger/Pisarenko gewinnen Glattal-Pokal 

Das Highlight des parallel ausgetragenen Glattal-Pokals war die Hauptkategorie Latein, welche das anwesende Fachpublikum im Abendprogramm ebenfalls begeisterte. Die vier Paare des organisierenden Turniertanzsportklubs Zürich (TTZ) dominierten die Szenerie.

Die letztjährigen SM-Zweiten Tristan Geiger/Catherin Pisarenko wurden ihrer Favoritenrolle gerecht und fuhren einen sicheren Sieg ein. Sie entschieden vier Tänze für sich und mussten sich lediglich in der Rumba von den überraschend stark auftrumpfenden Dominik Zimmermann/Mae Hoffmeister geschlagen geben. Im Duell der Zwillingsschwestern verwiesen sie Philipp Hofstetter/April Hoffmeister auf Rang 3. Ebenfalls Potential zeigte die neue Paarung Dominic Granwehr/Angelina Lesniak auf Rang 4.

Resultate Glattal Pokal / Standard SM

Siegerinterview mit Yulia Dreier und Vova Kasilov

Video Standard Final SM 2021   |    Produktion: dance-tv.ch

Text: Martin Zinser, Bilder Reini Egli

Alle Bilder ab Donnerstag,  7. Oktober auf move-pix.com

Bilder