15 der 16 Mitgliedclubs haben am Samstag, den 18. April, an der 72. ordentlichen Delegiertenversammlung des Schweizer Tanzsportverbandes (STSV) in Aarau teilgenommen und damit 98,6% der insgesamt 421 Mitgliederstimmen vertreten – eine Rekordbeteiligung, wie Präsident Walter Vogt mit Freude feststellen durfte. Im ersten Teil der dreieinhalbstündigen Versammlung wurde dem Vorstand für das vergangene Verbandsjahr ohne Gegenstimme die Decharge erteilt, im zweiten Teil wurden die drei strategischen Prioritäten und das Budget verabschiedet sowie Anträge behandelt.
Die zahlreichen Delegierten kamen nach Aarau, weil sie sich immer mehr mit Verbandsthemen auseinandersetzen und sich für die Gesamtentwicklung des Schweizer Tanzsports interessieren. Die spürbar aktivere Auseinandersetzung mit relevanten Themen, zahlreiche Nachfragen und Inputs zeugen davon, dass sich ein neuer Gesamtblick eröffnet haben könnte. Nach der Annahme der neuen Statuten im vergangenen Dezember, welche die STSV-Clubs aktiver einbindet, war jedenfalls viel Engagement zu spüren. Währenddem die ausführlichen Jahresberichte einstimmig angenommen wurden, gab es einige Fragen zur Jahresrechnung zu beantworten. Die Decharge für die Gesamtleistung des Vorstands war mit 415:0 schliesslich einstimmig und bestätigte die Verantwortlichen auf ihrem Weg.
Drei strategische Prioritäten
Im Ausblick skizzierte der Vorstand drei strategische Prioritäten. Aufgrund der angepassten Fördermodelle von Swiss Olympic muss der STSV bis 2029 den Breitensport strukturell aufbauen, will er weiterhin von Unterstützungsgeldern aus Ittigen profitieren. Diese Pflicht ist für den STSV eine Herausforderung, aber auch eine grosse Chance – er lanciert deshalb das Strategieprojekt „Tanzsport für alle“. Darin sollen die Clubs – national geführt und unterstützt von einer Projektgruppe – in ihrem Umfeld neue Tanzsportangebote ausserhalb des Wettkampfsports entwickeln. Zweite Priorität ist die Fortbildung von Trainerinnen und Trainern; diese kostenlose Ausbildung in Zusammenarbeit mit dem ÖSTV hat bereits gestartet und steht auch Mitgliedern des Nationalkaders offen. Und die dritte Priorität gilt der Übergangsphase der Kader hinblicklich 2029, weil der Leistungssport seine Berechtigung nicht verlieren darf.
Insbesondere das neue Projekt „Tanzsport für alle“ regte zu zahlreichen Wortmeldungen an und lässt darauf hoffen, dass viele Clubs mit viel Engagement mitmachen. Die strategischen Prioritäten sowie das Budget 2026 und 2027 (provisorisch) wurden von den Delegierten klar angenommen.
Eingedämmte Antragsflut
Mit der Einladung zur Delegiertenversammlung hatten die Clubs diverse Anträge der Happy Dancers Baden, von Dance Unlimited Zurich und dem STSV-Vorstand erhalten. Der HDB-Präsident zog seine Anträge, welche auf zahlreiche Anpassungen der vor fünf Monaten verabschiedeten Statuten abzielten, eine Woche vor der DV zurück.
Die fünf Anträge des DUZ waren fristgerecht vom Vorstand zurückgewiesen worden, weil deren Themen gemäss bestehenden Reglementen nicht in die Verantwortung einer DV gehören. Der Antragssteller hatte dagegen Beschwerde eingelegt, weshalb an der DV über die Zurückweisung des Vorstands abgestimmt werden musste. Im Sinne eines konstruktiven Dialogs konnte der Clubvertreter seine Anträge dennoch erläutern. Die Abstimmung bestätigte das Vorgehen des Vorstands, brachte aber auch Anliegen an die Oberfläche, die der in diesen Themenfeldern zuständige Vorstand in seine Arbeit aufnehmen möchte, rsp. bereits erledigt sind.
Der Antrag des Vorstands für einen Planungskredit über 20’000 Fr. für Aktivitäten zum Jubiläum „75 Jahre STSV“ im 2029 wurde von den Delegierten ganz knapp zurückgewiesen. Der Vorstand soll bis zur Präsidentenkonferenz vom 27. Juni ausarbeiten, in welchem Gesamtumfang er dieses Jubiläum gestalten will und wofür dieser Planungskredit verwendet werden soll.
Der Vorstand wurde an der letztjährigen DV für zwei Jahre gewählt. Die Delegierten verabschiedeten den Wahlvorschlag des Vorstands, dass die BlueAudit GmbH in Pfäffikon/SZ als externe Revisionsstelle erneut eingesetzt wird.
Text + Bilder: Martin Zinser


