Der Welttanzsportverband WDSF wird auch die kommenden vier Jahre von mächtigen Männern geführt. Der bisherige Präsident Shawn Tay aus Singapore, welcher 2018 den Schweizer Lukas Hinder abgelöst hatte, setzte sich anlässlich des WDSF Annual Meetings mit 92:50 Stimmen gegen seine dänische Herausforderin Ashli Williamson durch. Als erster Vize-Präsident wurde Tony Tilenni (Australien/Finanzen), als weitere Vizepräsidenten Nenad Jeftic (Serbien/Sport), Antoni Czyzyik (Polen/Entwicklung), Vasile Gliga (Rumänien/Marketing) sowie Marc-Frédéric Schäfer (Schweiz/Recht), der vom STSV nicht unterstützt worden war, für eine weitere Amtsperiode gewählt. Die einzige bisherige Frau in diesem Kreis – Leena Liusvaara (Finnland/Kommunikation) – musste trotz sehr guten Referenzen dem Holländer Jeffrey van Meerkerk Platz machen. Als weitere Mitglieder ohne besonderen Aufgaben wurden Boris Odikadze (Israel), Charles Ferreira (Frankreich) und Patricia Goh (Kanada) ins WDSF-Präsidium gewählt.

«Viele qualifizierte und motivierte Personen, die für eine wichtige Aufgabe im Weltverband kandidierten, waren chancenlos», stellte STSV-Vizepräsidentin Brigitte Stäldi fest. Sie bedauert, dass nun im zehnköpfigen WDSF-Präsidium nur noch eine Frau vertreten sei. «In einem Verband, wo Männer und Frauen im Wettkampf miteinander als Paar auftreten, ist das – zumindest in unserem Kulturkreis – schon fast absurd.»

In diesem digital durchgeführten, rund siebenstündigen Meeting herrschte generell eine angespannte Grundstimmung, weil die Fragen der Delegierten oftmals nur unbefriedigend oder ausweichend beantwortet wurden. Dennoch erhielt das Präsidium für die in den letzten zwei Jahren geleistete Arbeit mit 110:26 Stimmen die Décharge und wurde anschliessend wieder gewählt. Präsident Tay und Finanzchef Tilenni wurden nicht müde zu erwähnen, dass der WDSF mit der Aufnahme von Breakdance an den olympischen Sommerspielen 2024 in Paris die IOC-Türe geöffnet habe. Sie versprachen alles dafür zu tun, dass auch der Latein- und Standard-Tanzsport ab 2028 in Los Angeles ebenfalls im olympischen Programm berücksichtigt werden soll.

Das WDSF-Trio an der Spitze (v.l.n.r.): Nenad Jeftic, Shawn Tay und Tony Tilenni. (Foto WDSF)