Nach fast zwei Jahren Unterbruch konnte wieder eine Hauptklassen Weltmeisterschaft ausgetragen werden. Mit dabei an der Weltmeisterschaft Standard in Brünn unsere zwei aktuell stärksten Paare: Davide Corrodi & Maja Kucharczyk und Vova Kasilov & Yulia Dreier. Sie erreichten die Plätze 48 und 50.

Volodymyr Kasilov & Yulia Dreier starteten in der Vorrunde mit einer überzeugenden Vorstellung und guter Präsenz. Davide Corrodi & Maja Kucharczyk wirkten eher verhalten, erst mit dem SlowFox konnten sie sich steigern. Dass beide Paare die anschliessende Hoffnungsrunde tanzen mussten, war keine Überraschung. Zu stark ist das internationale Niveau an der WM. Besonders dieses Jahr, wo einige Nationen mit mehrheitlich schwächeren Paaren aufgrund der Covid-Restriktionen nicht anreisen konnten. In Brünn wurden alle Paare, Offiziellen und Zuschauer auf das Vorliegen eines 3G-Zerttifikats überprüft, was den Athleten zumindest eine minimale Sicherheit für den Wettkampf bot. 67 Paare aus 32 Nationen starteten in der fast vollständig gefüllten City Sport Hall.

Volodymyr Kasilov & Yulia Dreier

Im Redance vermochten sich Davide & Maja klar zu steigern, nun wach und jederzeit präsent. Ein klarer Leistungsunterschied zwischen unseren Paaren war nicht auszumachen, was für die bevorstehende Schweizermeisterschaft am 2. Oktober eine sehr spannende Ausgangslage verspricht. Vielmehr ist es eine Stilfrage. Davide & Maja mit sportlicher, dynamischer Attitüde, Vova & Yulia mit Geschmeidigkeit und klassischer Eleganz.

Davide Corrodi & Maja Kucharczyk

Wiederum, wie in der Vor-Covid-Zeit, war das Resultat in der Rangliste sehr knapp. Vova & Yulia erreichten den 50.-51. Platz. Davide & Maja überstanden die Hoffnungsrunde und konnten sich für die 2. Runde qualifizieren. Dort war dann leider Schluss, sie erreichten den 48.-49. Platz.
Beide Paare zeigten ihr aktuelles gutes Niveau und haben die Schweiz bestens vertreten!
Die Leistungsunterschiede der Paare im Bereich 50.-25. Rang sind nicht sehr gross, da ist es wirklich eng. Und gerade an Weltmeisterschaften kommen, trotz anderslautendem Reglement, die politischen und nationalen Interessen der Wertungsrichter immer wieder klar zum Vorschein. Ohne einen nationalen Wertungsrichter und internationaler gegenseitiger Unterstützung sind die Hürden sehr gross in die 24er-Runde zu gelangen. Da hilft nur ein guter Platz in der Weltrangliste, Bekanntheit durch viele Teilnahmen an internationalen Turnieren und nach Möglichkeit ein „eigener“ Wertungsrichter, der sich dann aber auch getraut die eigenen nationalen Interessen zu berücksichtigen.
Die WM hat zwar immer einen sehr hohen Prestige-Wert. Rein sportlich ist jedoch das Resultat eines GrandSlams, eines WorldSeries-Turniers oder der Weltrangliste höher zu bewerten. Also dran bleiben und die eigenen Fähigkeiten beharrlich ausbauen!

Bei den Favoriten war man gespannt, wie die verschiedenen Paare die lange Turnierpause für Detailverbesserungen nutzen konnten und damit die bisherige Rangierung sich verschieben würde. Ausserdem waren zwei bisherige Finalisten nicht mehr am Start: Evgeny Moshenin & Dana Spitsyna RUS bendeten ihre Karriere, Vaidotas Lacitis & Veronika Golodneva LTU wechselten zu den Profis.

Die Litauer Titelverteidiger Evaldas Sodeika & Ieva Zukauskaite schienen sich prompt von Francesco Galuppo & Debora Pacini ITA unter Druck gesetzt zu fühlen. Erst im Finale zeigten sie befreit ihre überzeugenden Stärken, zuvor waren sie sichtlich gestresst. Evaldas schüttelte in den Runden zuvor beim Gang ab der Fläche mehrmals unzufrieden den Kopf. Es war offensichtlich nicht sein Wohlfühl-Tag. Auch vor dem Siegerinterview zeigte sich der als „Charming Boy“ bekannte Weltmeister ohne sichtlichen Grund noch immer genervt.
Francesco & Debora aus Italien mussten sich in der Wertung klar mit dem 2. Rang zufrieden geben.
Auf dem 3. und 4. Platz konnten sich die beiden russischen Paare Alexey Glukhov & Anastasia Glazunova und Evgeny Nikitin & Anastasia Miliutina behaupten. Die sympathischen und überall beliebten Madis Abel & Aleksandra Galkina aus Estland erreichten den 5. Platz. Auch das deutsche Paar Tomas Fainsil & Violetta Posmetnaya gelang der Finaleinzug. Wobei man Violetta bereits ab der Vorrunde mit ihrer eigenwilligen Kleiderwahl kaum übersehen konnte.

Rang Paar Land
1. Evaldas Sodeika – Ieva Zukauskaite LTU
2. Francesco Galuppo – Debora Pacini ITA
3. Alexey Glukhov – Anastasia Glazunova RUS
4. Evgeny Nikitin – Anastasia Miliutina RUS
5. Madis Abel – Aleksandra Galkina EST
6. Tomas Fainsil – Violetta Posmetnaya GER
48. – 49. Davide Corrodi – Maja Kucharczyk SUI
50. – 51. Volodymyr Kasilov – Yulia Dreier SUI
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Text und Bilder Reini Egli