Zahlreiche «Doppel-Meister» gekürt

Das Tanzsportjahr 2026 hat in Baden mit einer «doppelten Meisterschaft» begonnen – die Schweizer Meister in den Disziplinen Standard und Zehntanz sind gekürt. Davide Corrodi/Maja Kucharczyk (TSCZ) erweiterten ihre Gold-Sammlung um zwei weitere Exemplare. Nicht nur in der Hauptkategorie, sondern in allen drei Nachwuchsklassen gab es «Doppel-Meister». Die gegenüber den Vorjahren gewachsenen Startfelder sorgten für viel Publikum in die Trafo-Halle, was für eine tolle Stimmung an beiden Tagen sorgte.

Corrodi/Kucharczyk, die bereits im Vorjahr alle drei Schweizer Meistertitel für sich in Anspruch genommen hatten, dominierten die beiden ersten Championnats 2026 wie erwartet. Die Vierten der Zehntanz-EM 2025 zeigten in der Trafo-Halle Baden erneut ihre Vielseitigkeit und ausgefeilten Fähigkeiten. Das internationale Kampfgericht setzte sie bei allen Tänzen an beiden Tagen konsequent auf Rang 1. Nach Standard-Gold am Samstag, gab es Zehntanz-Gold am Sonntagabend. Nun greift das im Moment scheinbar unantastbare TSCZ-Paar am 26. September an der Latein-SM in Sion erneut zum Triple. 

Ihre schärfsten Herausforderer waren diesmal physisch handicapiert, überraschten aber dennoch; nach einer Knieoperation und nur dreiwöchigem Trainingsaufbau holte Yulia Dreier an der Seite von Vova Kasilov (DUZ) nämlich zweimal Silber. Trotz schmerzendem Knie liess sich die Bernerin nichts anmerken und flog – wie gewohnt – über das Parkett, was nicht nur die laute DUZ-Fanbase mit grossem Applaus honorierte. Insbesondere die am Sonntag mit Spannung erwartete Latein-Premiere im Zehntanz verblüffte die Insider mit Kreativität und Leidenschaft. Sehen wir die vierfachen Standard-Champions nun gar an der SM Latein?

Die Bronze-Medaille im Standard ging zum zweiten Mal an Andrea Boldrini/Sofiia Khant (TSBE). Im Zehntanz sicherten sich Arjan Steuer/Aroa Martin (HDB) bei ihrer Premiere in der Hauptkategorie dank bemerkenswerten Fortschritten den ersehnten Podestplatz und belohnten damit auch den Veranstalter für sein Engagement.

Neue und bekannte Gesichter
Ein Hauch von Weltklasse war bei den Senioren zu bewundern; Andrea Bencivenga/Anna Drukarov (TSC), WM-Zweite im Oktober 2025, brillierten nicht nur mit ihrer Standard-Technik, sondern auch mit Ausstrahlung. Sie blieben bei den Senioren I unangetastet. Schon länger auf Schweizer Tanzparketten zu sehen sind Beat Künzi/Barbara Kaufmann (TSBE/Senioren II), Jürg Briner/Katharina Egli (DUZ/Senioren III) sowie Beat Schmid/Monika Schmid (TSBE/Senioren IV), die ihre Titel aus dem Vorjahr alle erfolgreich verteidigen konnten. Im Zehntanz bestätigten Pierre-Yves Richoz/Audrey Etter (GKDC) ihren Senioren-Titel ebenfalls.

In allen drei Nachwuchskategorien gab es durchwegs «Doppelsiege». In der Jugend fiel dem Publikum ein noch gänzlich unbekanntes auf; bei ihrer Premiere auf Schweizer Boden verblüffte das in Prag lebende Paar Krystof Benes/Laura Schmid (TSB) auf Anhieb mit zwei Siegen. Dank einer Doppelbürgerschaft sind sie mit Schweizer Lizenzen ausgerüstet und sind somit künftig auch für die Schweiz an internationalen Wettkämpfen startberechtigt.  
Die weiteren Meistertitel beim Nachwuchs sicherten sich Mihail Novikov/Elizabeta Podojnika (DDZ/Junioren) und Marc Soldatenkov/Sofia Novikova (TSCZ/DDZ/Schüler).

Insgesamt durften sich 6 Clubs die 13 Meistertitel unter sich aufteilen, wobei der 2025 gegründete Verein Dance Drive Zürich (DDZ) mit drei Goldmedaillen sogleich der erfolgreichste Verein war. Auf dem Podest standen sogar 8 Clubs. Dance Unlimited Zurich (DUZ) bewies seine Breite mit total 11 Podestplätzen, die mit Gold, Silber oder Bronze belohnt wurden.  

Gegen 30 Stunden Tanzsport
Ein «Grosskampf-Weekend» war es insbesondere für den umtriebigen Organisator, die Happy Dancers Baden. Er feierte das 20Jahr-Jubiläum des beliebten Trafo-Cup mit viel Hingabe und integrierte gleich zwei Schweizer Meisterschaften ins ansonsten normale Trafo-Programm. Natürlich wurde man von den zahlreichen Anmeldungen, für die zuletzt nicht mehr so gut frequentierten Schweizer Meisterschaften überrascht, und auch der Trafo-Cup lockte viele Latein-Paare aus dem In- und Ausland an. So gab es in Baden gegen 30 Stunden Tanzsport in zwei Tagen zu bestaunen. Auch wenn das eine erfreuliche Entwicklung ist, die sich auch positiv auf die Publikumszahlen auswirkte – viele stiessen auch an ihre Grenzen.

Text: Martin Zinser, Bilder: Reini Egli

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