Kasilov/Dreier siegen erneut in extremis

Die Schweizer Standard-Meisterschaften in Kirchberg/BE waren bezüglich Spannung erneut nicht zu überbieten; wie schon im Vorjahr gewannen Volodymyr Kasilov/Yulia Dreier (DUZ) den Meistertitel in der Hauptkategorie vor Davide Corrodi/Maja Kucharczyk (TSCZ) in extremis. David Büchel/Flavia Landolfi (TDSC) sicherten mit klarem Abstand Bronze. Das Publikum feierte die Paare zum Schluss mit Standing Ovations.

Die Zuger Herausforderer Corrodi/Kucharzyk legten im Finale einen Blitzstart hin, gewannen die ersten beiden Tänze. Doch dann drehten die Titelverteidiger auf und glichen das Skore bis zum vierten Tanz wieder aus. Wie schon im Vorjahr entschied der Quickstep über Sieg und Niederlage. Das 4:3-Urteil der 7 internationalen Wertungsrichter zeigte auf, wie nah die beiden besten Paare derzeit beisammen liegen.

Corrodi startete gesundheitlich geschwächt in den Wettkampf, liess sich aber nichts anmerken. „Ich konnte das komplett ausblenden, bin jetzt aber völlig kaputt“, gab er zu Protokoll. Und für Kasilov/Dreier war es ein emotionaler Höhepunkt eines verrückten Jahres, das zunächst von den Kriegswirren in der Ukraine geprägt war. Erst als Vovas Eltern und Verwandte in der Schweiz in Sicherheit gewesen waren, ging er mit Yulia wieder einem geregelten Training nach. „Hier vor der ganzen Familie zu gewinnen, war für uns ein wunderbares Erlebnis“, freuten sie sich. 

Die drittklassierten Büchel/Landolfi wussten bis am Vorabend nicht, ob sie überhaupt starten könnten. Beide waren nach den German Open an Corona erkrankt und hatten erst zwei Tage vor der SM einen negativen Test vorliegen. Auch sie liessen sich im Saalbau Kirchberg, der sich als Lokalität für eine Tanzsport-Meisterschaft übrigens bestens eignete, nichts anmerken – und auch sie konnten im Finale ebenfalls erst im Quickstep an Antonini/Castaldi vorbeitanzen.

Marotta/Drukarova – erster Start, erster Sieg

Die in diesem Jahr erstmals mit Schweizer Lizenz startenden Mirco Marotta/Anna Drukarova (TSCZ) zeigten zehn Tage nach ihrem Finalplatz am German Open ihre grosse Klasse und gewannen die Kategorie Senioren I hochüberlegen. Beat Künzi/Barbara Kaufmann vom Veranstalter Tanzsport Bern verkauften ihre Haut so teuer wie möglich und holten ebenso klar die Silbermedaille. Ebenfalls die erste SM-Goldmedaille gewann bei den Senioren II das TTZ-Duo Helge Uhrig/Désirée, welche Martin und Astrid Vogel auf Platz 2 verdrängten.

Zwei Dauerläufer scheinen Jürg Briner/Katarina Egli (DUZ) zu sein, die als verdiente Sieger bei den Senioren III schon zum 13. Mal das oberste Treppchen beim Siegerpodest in Anspruch nahmen. Bei den Senioren IV verteidigten Beat Schmid/Monika Schmid (TSBE) ihren Titel ebenfalls. 

In den Nachwuchskategorien setzten sich Mikhail Pikulin/Eva Pikulina (TTZ) bei der Jugend, die Ukrainer Oleksandr Afanasiev/Yaroslava Chelombitko bei den Junioren sowie Mihail Novikov/Polina Trehub (DUZ) bei den Schülern durch.

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